After a very long development period of about 4 months, zill-music has finally hit the ground. It’s over, it’s online, it’s cool :) I’m very satisfied with the result. A complete flash site based on Typo3, a WordPress blog and a happy client.
Archive for June, 2009
ZILL
Tuesday, June 23rd, 2009Design Blast 2009
Saturday, June 13th, 2009Wer den Design Blast verpasst hat, hat Pech gehabt. Eine gratis Konferenz mit einer hochwertigen Auswahl an erfolgreichen Sprecherinnen zu versäumen lässt sich nicht anders bezeichnen. Sprecherinnen ist in diesem Fall nicht als Geste geschlechtlicher Political Correctness gemeint, denn auf dem diesjährigens Designblast ging es nur um die weibliche Sichtweise des Designs, sondern als Verdeutlichung des 2009er Line Ups.
Es waren geladen:
Kate Moross, Emma Thomas, Kasia Korczak, Catrin Altenbrandt, Luna Maurer und Marjie Vogelzang.
Gerahmt wurde der Design Blast durch ein munteres Ambiente aus rosa Zuckerwatte (7 Portionen für mich), rosa Namensschildchen und abstrahierten Pferdeposter inklusive.

Schön zu verwenden: die Namensschildchen
Los ging es kurz nach Zehn mit Kate Moross, die alle Studienabgänger auf die Ränge verwiesen, und ihnen gezeigt hat, wie man es richtig macht. 23 Jahre ist Kate Moross alt, hat aber schon für Größen wie Sony, Nike und Pepsi gearbeitet. Ich bin 27 und frage mich, wie sie das hin bekommt. Es gehört wohl ein besonders energisches Wesen dazu, genauso wie eine gehörige Portion Freundlichkeit. Ein Blick in ihr Portfolio sagt eigentlich schon alles. Mit 23(!) hat sie nicht nur ein erfolgreiches Designbüro und ein Plattenlabel gegründet, nein, sie verkauft auch noch ihre Ware in einem eigenen Laden in London. Hallo? Erde an Kate, mach mal langsam!
Danach stellte Emma Thomas die Arbeiten ihres Designbüros APFEL vor. APFEL steht für “A Practice for Everyday Life” und dementsprechend weit gestreckt war auch das Portfolio. Von Magazindesign bis zur Austellung fand man alles. Gute Grafik, spannend anzuschauen.
Kasia Korczak legte in ihrem Vortag die Zusammenhänge innerhalb kaukasischer Kulturen offen und gab interessante Einblicke in die Regionen Eurasiens. Von der heutigen Kultur, über die Sowjetzeit bis hin zur frühgeschichtlichen Epoche spannte sie ihren Vortrag, und ließ den interessierten Zuhörer wissen, dass das Schriftsystem der Region dreimal innerhalb eines Jahrhunderts geändert wurde. Die Auswirkungen dieses Wechsels sind bis heute spürbar und lässt die tiefe Zerissenheit der Menschen dort erahnen.
Katrin Altenbrandt’s Vortag war bemerkenswert, weil man die ein oder andere Arbeit schon einmal gesehen hatte, ohne gleich Pixelgarten als Urheber damit in Verbindung zu bringen. Pixelgarten, bei denen der Name alles andere als das Programm widerspiegelt, basteln in Handarbeit Installationen und Raumgrafiken, welche fotografisch reproduziert ihre erstaunliche, illustrative Wirkung entfalten. Kunden wie das NEON Magazin wussten das zu schätzen und ließen sie sogar Modestrecken inszenieren.
Wirklich begeisternd war Luna Maurers Vortrag über das von ihr mitbegründete Conditional Design, welches den Gestaltungsprozess zum Produkt erhebt, und das Ergebnis kreativen Schaffens nur als Nebeneffekt betrachtet. Die Parallelen zur generischen Kunst sind offensichtlich, jedoch bricht Luna Maurer geschickt mit dem Computer als Erfüllungsgehilfen. Stattdessen setzt sie auf die Unabhängikeit menschlicher Spieler als generisches Mittel. Diese werden Regelwerken ausgesetzt und liefern durch ihr Verhalten einen aufschlussreichen Output an kreativer Einsichten in den Menschen. Bricht das Individuum mit den Regeln, oder befolgt es sie? Welchen Einfluss haben die Aktivitäten anderer Individuen auf die Entscheidungen im Prozess? Wie beeinflusst die Ausgangssituation das Ergebnis? Dies sind nur ein paar Fragen, die sich an Luna Maurers Prozess-Werken abzeichnen. Hochinteressant.
Weniger abstrakt, dafür das verbindende Element des Essens vertiefend, ging Marije Vogelzang in ihrer Erläuterung des von ihr kreierten Felds des “eating-Design” vor. Sie zeigte ihren Weg aus Essen mehr als nur einen Akt der Kalorienaufnahme zu machen. Performance, Installation und Gastronomie reichen sich beim eating-Design die Hände und bilden ein gesamt-konzeptionelles Werk, dass die Beeinflussung von Sinn und Sinnlichkeit zum Ziel hat. Essen aus einem anderem Blickwinkel zu betrachten scheint ungeahnte Möglichkeiten der Gestaltung, Kritik und des Genusses, ja sogar der Erziehung, zu beinhalten. Man kann leider nur wenig darüber schreiben, man muss ihr zugehört haben, wie sie erklärt, wie man aus Marzipan Arten unbekannter, essbarer Tiere erschafft, oder wie sie Überlebenden des zweiten Weltkrieges die Tiefen der Psyche mit ein paar Happen der Kindheitsspeisen öffnet. Beispiele die zeigen wie man das Feld des “eating-Design” unterschätzen kann, schließlich zählt nicht nur das was, sondern auch das wie.
Damit wären alle Sprecherinnen des Design Blast erwähnt und mir die Veranstaltung noch einmal vor Augen geführt. Es hat Spaß gemacht, und beeindruckte mit Alternativen zum “Old Boy’s Club” Design. Erstaunlich war auch zu sehen Frauen ihre Präsentationen aufbauen. Kein Leistungsgepränge, mehr leitende Einblicke in die jeweilige Arbeitsweise und Ansichten. Es wahr eine Abwechselung, eine sehr angenehme Veranstaltung. Ich freue mich aufs nächste mal.

